
Wie russische Propaganda versucht, Verurteilung des Holodomor in der Ukraine von Staats- und Regierungschefs der Welt zu verbergen
Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki legte bei seinem Besuch in Kyjiw keine Blumen am Denkmal für Stepan Bandera nieder. Dieses Fake wurde in prorussischen Telegram-Kanälen, sozialen Netzwerken von Propagandisten und Online-Medien verbreitet.

Diese Blumenniederlegung konnte nicht stattfinden, weil es in Kyjiw kein solches Denkmal für Stepan Bandera gibt. Die Büste des Leiters der OUN (Organisation Ukrainischer Nationalisten), die auf dem gefälschten Foto abgebildet ist, befindet sich im Dorf Kosiwka in der Region Ternopil.

Das Foto von Mateusz Morawiecki stammt aus einem echten Foto, das auf der offiziellen Facebook-Seite der Botschaft der Republik Polen in Kyjiw veröffentlicht ist. Es wurde einfach ausgeschnitten, gespiegelt und aus einem Foto des Denkmals für Bandera, das in Wikipedia zu finden ist, Photoshop gemacht.

In dem Post erwähnen die Propagandisten die Ereignisse von 1940er Jahren in Wolhynien mit dem Versuch, Ukrainer und Polen zu entzweien, für die die Tragödie von Wolhynien ein gemeinsamer Schritt beider Völker ist. Russische Propaganda verschiebt den Schwerpunkt von den realen Zielen des Besuchs.
Gleichzeitig kann das gefälschte Foto verwendet werden, um eine öffentliche Resonanz in Polen zu erzeugen, damit die polnische Regierung unter dem Druck der öffentlichen Verurteilung ihre Unterstützung für die Ukraine reduziert.
In Wirklichkeit besuchte der polnische Premierminister in dieser Zeit die Gedenkstätte für die Opfer des Holodomor von 1932-1933, wo er einen symbolischen Blumenstrauß zum Denkmal für die Opfer der großen Hungersnot niederlegte. Dies entnimmt man einer Meldung auf der offiziellen Facebook-Seite der polnischen Botschaft in der Ukraine.

Zum Stand von 2022 haben den Holodomor als Völkermord am ukrainischen Volk 22 Länder der Welt anerkannt, darunter auch die Republik Polen.
Andrij Olenin
yv